Aktuelles

Im Rahmen des BayernNetzNatur-Projektes "Blühender Jura im Landkreis Bamberg" hat der Landschaftspflegeverband nun gemeinsam mit den neun am Projekt beteiligten Märkten und Gemeinden einen Wanderführer für den Bamberger Jura herausgegeben.

Den neuen Wanderführer erhalten Sie an der Infothek des Landratsamtes Bamberg, in den Rathäusern in Buttenheim, Heiligenstadt, Hirschaid, Königsfeld, Litzendorf, Scheßlitz, Stadelhofen, Strullendorf und Wattendorf sowie beim Landschaftspflegeverband.

 

25 Jahre Landschaftspflegeverband

Am 27. Juli 2017 feierte der Landschaftspflegeverband sein 25-jähriges Jubiläum mit einer Exkursion ins Trockental der Leinleiter und einem Festabend in der Oertelscheune in Heiligenstadt.

Zum Jubiläum des Landschaftspflegeverbandes (LPV) hatten sich etliche Akteure der ersten Stunde mit zahlreichen Gästen zu einer Exkursion ins Trockental der Leinleiter zusammengefunden.

Pünktlich zum Festtag sprudelten nicht nur die Erinnerungen bei den Beteiligten, sondern auch die Tummler im Leinleitertal.

Im oberen Trockental der Leinleiter wurden vor mehr als 25 Jahren die ersten Landschaftspflegemaßnahmen im Landkreis Bamberg umgesetzt. Nach und nach wurde dem fast vollständig zugewachsenen Tal sein offener Charakter zurückgegeben. Siegfried Weid von der Höheren Naturschutzbehörde in Bayreuth hatte schon früh erkannt, welches naturschutzrelevante Potential in diesem Kleinod der Natur steckt. „In den letzten 120 Jahren ist das Vorkommen an Magerrasen wie wir sie hier im Trockental nun wieder finden, um mehr als 95% zurückgegangen“, erklärte Weid bei der Exkursion. „Die wenigen Reste zu schützen ist extrem wichtig. Gut, dass wir schon vor 25 Jahren damit begonnen haben und die Arbeit bis heute fortgesetzt wird. Schäfer sind hier wichtige Partner im Naturschutz und sie sollten es auch für den Fremdenverkehr sein“, so der Naturschützer weiter.

Klemens Dippold, Landwirt aus Hohenpölz und seit Beginn als Landschaftspfleger dabei, weiß zu berichten: „Die Anfänge waren nicht leicht. Die Bäume an den steilen Hängen zu fällen, war eine echte Herausforderung und die Akzeptanz für solche Maßnahmen war - anders als heute - noch nicht vorhanden. Es gab richtige Anfeindungen.“

Wenn Dippold heute Landschaftspflege im Tal durchführt, loben ihn oft vorbeikommende Wanderer für seine Arbeit. Auch Bürgermeister Helmut Krämer ist voll des Lobes: „Das Trockental der Leinleiter mit seinem Umgriff ist eine der "grünen Lungen" in der Fränkischen Schweiz und in der Metropolregion Nürnberg. Ein einzigartiges Naturjuwel.“ Klaus Weber, seit 15 Jahren Geschäftsführer des Verbandes, organisiert die Pflege, die auch heute noch nötig ist. Das meiste erledigen allerdings Schafe. In den Anfängen übernahm Schäfer Hans Schmitt aus Buckendorf die Pflege, seit 2003 kommt regelmäßig Wanderschäfer Erich Kißlinger ins Trockental.

„Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten trug die Idee Früchte und wir erkannten die Notwendigkeit einen Landschaftspflegeverband zu gründen“, erläuterte Bürgermeister Heinrich Faatz, Gründungsmitglied und seit 25 Jahren aktiv in der Vorstandschaft des LPV.

Zum Festabend in der Oertelscheune kamen mehr als 80 Freunde und Unterstützer des Landschaftspflegeverbandes aus Stadt und Landkreis Bamberg zusammen, um mit der Vorstandschaft zu feiern.

Landschaftspflegeverbände bilden eine wichtige Schnittstelle zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen betonte Festredner, Dieter Pasch, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) und Direktor der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen. In Bayern gibt es mittlerweile 59 Landschaftspflegeverbände. In ganz Deutschland hat die Idee Nachahmer gefunden, so dass mehr als 150 Organisationen unter dem Dach des DVL vereinigt sind.

„Der LPV ist eine wichtige Stütze des kooperativen Naturschutzes in Bayern“, so Landrat Johann Kalb, „er zeigt uns, wie es in einer traditionellen Kulturlandschaft gelingen kann, eine möglichst artenreiche Umwelt zu sichern, ohne die Menschen dabei auszuschließen. Ich freue mich über den starken Rückhalt und die Akzeptanz des Landschaftspflegeverbandes in der Region. Und ich möchte Herrn Heinrich Faatz und Herrn Helmut Krämer danken, dass sie schon vor 25 Jahren die Weitsicht besaßen, die Gründung dieser wichtigen Institution voranzutreiben.“ Auch Dr. Manfred Löbl (Regierung von Oberfranken) und MdB Andreas Schwarz hoben die Bedeutung des Landschaftspflegeverbandes für die Region hervor und gratulierten zu den bisherigen Erfolgen.

Heute schon fast Normalität, war es vor 25 Jahren ein wirkliches Novum wenn Landwirtschaft und Naturschutz aufeinander zugingen, um gemeinsam etwas für die Natur zu erreichen, berichtete die erste Geschäftsführerin des LPV, Andrea Musiol. Viel war Neu am Anfang nicht nur für sie, sondern auch für die Bürgermeister, Behörden, Landwirte und Naturschützer. Nachfolger Klaus Schaumberg betonte, dass ihm besonders der Kontakt mit den verschiedensten Menschen in positiver Erinnerung geblieben ist. Nach fünf Jahren übergab Schaumberg den Staffelstab an Klaus Weber. Weber stellte im Anschluss die wichtigsten Landschaftspflegemaßnahmen und Projekte der letzten 15 Jahre vor.

Musikalisch lockerte „Boxgalopp“ die Veranstaltung auf und brachte die gesamte Festgesellschaft mit dem Lied über den Landschaftspfleger zum Singen. In Erinnerungen schwelgen und neue Ideen für die Zukunft entwickeln - so klang der Abend in lockerer Atmosphäre aus.

   

Exkursionen 2017

Im Tal der Auerochsen - Dem Ur auf der Spur

März 2017: Neben Heckrinden grasen inzwischen auf Weiden bei Walsdorf auch Wasserbüffel und Wildpferde. Bei einem Spaziergang entlang der Weiden lernten die Exkursionsteilnehmer die Tiere und die Ganzjahresbeweidung aus der Nähe kennen.

Landschaftspflege in der Stadt Bamberg - Zu Besuch beim König

April 2017: Die Magerwiesen an der Altenburg sind ein Hotspot der Artenvielfalt. Schäfer König, Naturschützer und Landschaftspfleger berichteten über ihre Arbeit.

Der Amstling - Ein Paradies für Orchideen

Mai 2017: Orchideen, Landschaftspflege und Ziegenbeweidung. Der Amstling, eines der Kernbiotope des "Blühenden Juras" war das Ziel der Exkursion des Landschaftspflegeverbandes. Jörg Schmitt, Ziegenhalter aus Lindach erzählte von seiner Beweidung mit den Ziegen. Orchideenexperte Hermann Bösche stellte Orchideen und Pflanzenwelt vor.

Picknick mit dem Wanderschäfer

August 2017: Ohne Beweidung würden die Magerrasen rund um Dörrnwasserlos, Roßdach, Weichenwasserlos und Wattendorf schnell verbuschen und zuwachsen. Bei einem Besuch des Wanderschäfers am Katzenloch erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über den alter Beruf des Wanderschäfers. Die große Schafherde und der Esel erfreuten auch die Kinder.

 

Exkursionen 2016

Naturkundliche Wanderung rund um den "Großen Staa" bei Schneeberg

Mai 2016: Bei einer Wanderung rund um den "Großen Staa" bei Schneeberg genossen die Teilnehmer die beeindruckende Fernsicht und erfuhren Wissenswertes über die Flora der Trockenrasen.

Pflanzen und Schmetterlinge auf Extensivwiesen bei Zeegendorf

Juni 2016: Im Sommer 2014 wurden im Rahmen des BayernNetzNatur-Projektes "Blühender Jura" Pflanzen und Tagfalter auf ausgewählten Magerrasen untersucht. Martin Bücker und Erich Spranger stellten nun auf einem Spaziergang durch die Kulturlandschaft oberhalb von Zeegendorf die Ergebnisse ihrer Fauna- und Flora-Kartierungen vor.

Pflanzenwelt am Kälberberg

Juli 2016: "Raus in die Natur", dachten sich wohl die vielen Interessierten, die sich Anfang Juli zu einer Exkursion am Kälberberg einfanden. Brigitte Weinbrecht von der Unteren Naturschutzbehörde entführte in die faszinierende Welt der Pflanzen und zeigte botanische Raritäten wie Acker-Wachtelweizen, Hirsch-Haarstrang oder Sichel-Hasenohr.

Besuch beim Wanderschäfer

Juli 2016: Viele Kinder waren zur Exkursion mit Wanderschäfer Erich Kißlinger am Roßdacher Hang gekommen, um Schafe, Ziegen und Esel Fritz aus nächster Nähe kennenzulernen.

Ziegenbeweidung im Paradiestal

September 2016: Durchs Paradiestal ging die naturkundliche Wanderung bis zur Beweidungsfläche von Schaf- und Ziegenhalter Daniel Stief, der hier Landschaftspflege mit seinen Burenziegen betreibt. 

 

 

 

Exkursionen 2015

Bienen im NSG Burglesauer Tal

Mai 2015: Das Naturschutzgebiet Burglesauer Tal in der Gemeinde Scheßlitz ist ein besonderes Highlight im BayernNetzNatur-Projektgebiet "Blühender Jura". Klaus Weber berichtete bei nicht ganz optimalem Bienenwetter über die Mauerbienen und ihre Lebensweise.

Pflanzenwelt am Wattendorfer Hang

Juni 2015: Am Wattendorfer Hang finden wir eine der besonders schönen und großflächigen Wacholderheiden im Landkreis Bamberg. Pflanzenkenner Erich Spranger nahm die Teilnehmer mit auf eine spannende Wanderung zu den selten Pflanzen der Magerrasen.

Tagfalter der Lindacher Trockenrasen

Juli 2015: Die "Trockenrasen südlich von Lindach" stellen mit ihrer kleinflächigen Struktur und der engen Verzahnung von Magerrasen, Hecken, Feldgehölzen und Extensivwiesen einen hochwertigen Lebensraum für eine Vielzahl von Tagfaltern dar. Obwohl die Flächen kurz vorher beweidet wurden, konnte Martin Bücker so seltene Arten wie Esparsetten-Widderchen, Thymian-Ameisenbläuling, Wolfsmilchspinner-Larve und Perlmutterfalter zeigen.

Besuch beim Wanderschäfer

August 2015: Wie in Spanien fühlten sich die Teilnehmer der Exkursion in Roßdach. Sengende Hitze, staubtrockene Hänge und eine riesige Schafherde, die in eine Staubwolke gehüllt, geführt nur durch den Wanderschäfer und seine Hütehunde, der Tränke entgegenstrebte.

Ein Schäfer scheint jeder Witterung zu trotzen und auch nicht übers Wetter zu jammern. "Hier draußen sind die Temperaturen doch viel angenehmer als in der Stadt", schmunzelt Erich Kißlinger. "Obwohl wir den ganzen Tag draußen sind, ist die Hitze kein so großes Problem. Die Schafe stellen sich um und gewöhnen sich an die Wärme", so der Schäfer weiter. Schließlich kommen seine Merinoschafe ursprünglich aus Nordafrika. "Man muss öfter eine Pause im Schatten einlegen und natürlich für ausreichend Wasser sorgen", berichtete der Wanderschäfer den interessierten Zuhörern.

Ziegenbeweidung am Eulenstein

September 2015: Bei schönstem Spätsommerwetter machten sich die Exkursionsteilnehmer auf den Weg zum Eulenstein, um die Arbeit der Ziegen und des Landschaftspflegeverbandes kennenzulernen. Nachdem die Magerrasen am Eulenstein komplett zu verbuschen drohten, werden sie seit 2012 wieder mit Ziegen beweidet. Erste Erfolge der Pflege durch die vierbeinigen Landschaftspfleger sind deutlich sichtbar. Die Schlehen bereits kräftig angeknabbert. Ziegenhalter Jörg Schmitt und Julia Haiplick berichten, dass die Tiere noch bis ungefähr Anfang November ihre Arbeit als lebende Rasenmäher verrichten, bevor sie dann für den Winter in den warmen Stall dürfen.

 

Exkursionen 2014

Bienen im Trockental der Leinleiter

Juni 2014: Bei sonnigem Wetter ließen sich auf einer Exkursion im Trockental der Leinleiter in der Gemeinde Heiligenstadt etliche Wildbienen fangen und zeigen. Die zahlreich erschienen Exkursionsteilnehmer erfuhren Wissenswertes über die Biologie der Wildbienen und auch praktische Tipps für die Anlage von Bienenhotels.

Roßdacher Hang - Pflanzenparadies der Extraklasse

Juli 2014: Die Wacholderheiden rund um Roßdach und Weichenwasserlos sind Kerngebiete des BayernNetzNatur- Projektes "Blühender Jura". Diplom-Biologe Erich Spranger entführte die Teilnehmer in die Welt der Pflanzen. Er berichtete Interessantes über botanische Raritäten wie Kalkaster, Dorniger Hauhechel, Großblütige Braunelle oder Stengellose Kratzdistel.

Friesener Warte - Eldorado für Schmetterlingsfreunde

Juli 2014: Gemeinsam mit Biologe Martin Bücker entdeckten 20 interessierte Exkursionsteilnehmer die bunte und vielfältige Welt der Tagfalter an der Friesener Warte. Viele bedrohte und seltene Schmetterlinge lieben lückige, sonnige Trockenstandorte und blütenreiche, magere Wiesen wie wir sie auf dem Hochplateau in der Gemeinde Hirschaid finden. Schwalbenschwanz, Kommafalter, Schornsteinfeger und sogar der bis vor wenigen Jahren in Bayern ausgestorbene Kurzschwänzige Bläuling konnten beobachtet werden.

 

 

 

Auftaktwanderung Großer SteinAuftaktwanderung Blühender Jura
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