Sandmagerrasen

Die Besonderheit der Sandlebensräume zeigt sich erst bei genauerer Betrachtung, da die speziell angepassten Pflanzen- und Tierarten oft unscheinbar sind.

Das größte Naturschutzprojekt Bayerns, die SandAchse Franken hat durch intensive Öffentlichkeitsarbeit diesen Biotoptyp in den Fokus der Bevölkerung gebracht. Nun sind auch Sandlaufkäfer, Blauflügelige Ödlandschrecke oder das Kleine Habichtskraut ein Begriff.

Der Landschaftspflegeverband steht dem Projekt seit Beginn zur Seite und unterstützt den Erhalt der Sandlebensräume im Landkreis Bamberg.

Sandmagerrasen gehören zu den am meisten gefährdeten Biotoptypen in Bayern. Eine Vielzahl der ursprünglichen Lebensräume ist im Laufe des letzten Jahrhunderts verschwunden. Das scheinbar unattraktive Ödland war aus landwirtschaftlicher Sicht außer für einige Sonderkulturen (Spargelanbau) kaum nutzbar. Deshalb wurde es häufig zur Bebauung (Siedlungen, Industrie, Straßenbau) und zum Abbau von Sanden herangezogen oder die Nutzung wurde aufgegeben und die Flächen verbuschten.

Die Naturschutzgebiete „Börstig bei Hallstadt“, „Sandgrasheide bei Pettstadt“ und der geschützte Landschaftsbestandteil „Juliushof“ bei Hirschaid gehören zu den Kernflächen der SandAchse Franken. Hier wurden in den vergangen Jahren intensive Pflegemaßnahmen durchgeführt. Auch in der Zukunft werden von Zeit zu Zeit Eingriffe notwendig sein, um die naturschutzfachliche Wertigkeit der Flächen zu erhalten. Insbesondere die Insektenwelt (Blauflügelige Ödland- und Sandschrecke, zahlreiche Wildbienen- und Grabwespenarten) und die Flora (Sandstrohblume, Sand-Sommerwurz, Sand-Grasnelke, Silbergras) weist viele in Bayern höchst gefährdete Arten auf.

Eine Besonderheit stellen die lichten Sandkiefernwälder um Oberhaid dar. Hier gelten die Bemühungen des Landschaftspflegeverbandes den Winterlieb-Arten, insbesondere dem Doldigen Winterlieb (Chimaphila umbellata) und in jüngster Zeit der Wiederansiedlung des Ziegenmelkers, der bis vor wenigen Jahren noch hier vorkam.

Auch die historische Kulturlandschaft bei Kemmern mit ihren Sandmagerrasen und Sandäckern stellt ein Schwerpunktgebiet des Naturschutzes dar. Hier fand noch nie Flurbereinigung statt und die Kleinparzellierung, die durch die fränkische Realteilung entstand, ist noch weitgehend sichtbar. Dies dürfte der Grund sein, dass hier noch sehr große Populationen von der Knoblauchkröte und der Mohnbiene zu finden sind.

 
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